
Schon letztes Jahr ging ein Besuch des Künstlers und Sängers Jim Avignon aka. Neoangin nur knapp daneben, wurde nun aber auf Initiative eines Avignon begeisterten Pärchens und mit Hilfe von Wardell aus dem Sound&Galerie realisiert. 
Stattgefunden im Black&White, ehemals Cameo, welches eigentlich in fester Hand von Russenpartys und kommerziellerern Veranstaltungen ist, ging der Inhaber dann auch das Risiko ein, diesen subversiveren Gig zu unterstützen. Da ich es zu seiner Zeit nie geschafft habe mal den Club unter die Lupe zu nehmen, waren wir dann doch überrascht, welch gemütliche bis festivalfeelingmäßige Athmosphäre draussen vorzufinden war. Ich habe versucht auf meinen Fotografen einzuwirken, dochmal die Szenerie auch im ganzen festzuhalten, aber der hat sich dank ungeladener Akkus dann doch “nur” für das zentrale Thema entschieden:-)
Jim kam gegen 18Uhr direkt aus Beyreuth (wird einem nix geschenkt..) und nach kurzer Inspektion der, doch großen, Wand und dem todestrotzenden Gerüst dann auch schnell zur Sache. So war es toll zu sehen, wie dieses Werk innerhalb kurzer Zeit entstand und gegen Mitternacht sogar auch seine Vollendung fand. Erwähnenswert hier auch die vielen großen und kleinen Helferlein, die sich malend und kletternd um Avignon und sein Gerüst scharrten, was eine partizipative (LEO) und kinderfreundliche Note hatte und so ein geselliges und kulturelles Flair entfachte. Unter Lampignons, der untergehenden Sonne und dem Schatten der Bäume und Getränkepreise war auch der Wermut, der wenigen Gäste, fast vergessen.

Im verlauf des Abends spielte dann auch die örtliche Band “Shoot them with colours” auf, welche sich vorher nicht mit selbstkasteiung sparend, in eine schwer erträgliche punkschreddel Ecke stellte (Tobi..:-)) , aber total nett und meiner, zugegebener Weise gering gebildeter, Meinung sehr smarter Indie war.
Das Bild war gemalt und nun schlüpfte, der in New York lebende, Jim ins nächtliche elektro Pop alter Ego “Neoangin”, eine bestechende Kombination aus Liedermacher, Elektroclash und Siggialleinunterhalter.
Als kleine Kulisse seiner Performence dienten selbstgemalte Tücher im Hintergrund und Poppige Masken, die sich der Künstler ab und an aufzog.
Schwierig wurde es dann erst, als durch organisatorische holprigkeiten der Gig nachts nach Innen verlagert werden musste.

Während den Umbaumaßnahmen haben wir dann aufgelegt, dann mit verzögerung Jim wieder.
Letztendlich platzte die gute Athmosphäre aber daran, dass sich die einheimischen “Clubber”, welche nur Russenpartys gewohntwaren und auch weiterhin einforderten, von dem Geschehen distanzierten, warm ausgedrückt. Für viele echte Kerle war wohl der humorvolle und sensible Vortrag Avignons nicht vereinbar mit dem klischeehaften Auftritt des starken Geschlechts, aber ich will mich an dieser Stelle nicht in Mutmaßungen verlieren. Erwähnenswert war Jim`s proffessionelle Art, sein Programm durchzuziehen, kommunikativ-ironisch hinweisend, dass er sehr wohl wusste das der Abend sich in gespaltene Lager getrennt hatte.
Leichter hatten wir es dann auch nicht, und so kam der Abend, trotz eienr Handvoll netter Tanzgroupies dann gegen 4 Uhr doch zum erwünschten Ende….

Der unglaubliche G. hatte schon vor langer Zeit Neoangin s Album “Scratchbook” gekauft, welches neber vielen tollen Tracks auch ein dickes Buch-booklett in CD Format beeinhaltet. So war ein “wiedersehen” mit Jim ein lustiger Zufall, zumal ich nicht gedacht hätte, dass er solch eine beeindruckende Biographie und künstlerische Ausprägung aufweist.
Ein letztes Wort noch, für alle die wissen, nächstes Wochenende ist die letzte Lahnsteinparty ever!!!
danach nie wieder selbstgemachter Absinth und feierei im alterwürdigen Hippiegemäuer. Also, traut euch!
und hier ein link zu einem interview
http://www.youtube.com/watch?v=I7EtKRZzAlM
patze schrieb am 28. August 2009 um 16:36:
jaja - immer diese parasites im paradise.
lg aus dick b