Über der Wupper und bald in KL

3-jahre-viertelbar-11.jpgMittlerweile ist’s ja schon wieder ein paar Wochen her, aber es gibt erneut Anlass von unserem Ausflug nach Wuppertal zu berichten. Ziemlich kurzfristig hatte uns Kolja angefragt, ob wir für Dusty einspringen könnten um den dreijährigen Geburtstag der Viertelbar zu bespielen. Wir haben nicht lange gezögert und wurden mit einem tollen Wochenende belohnt. Abgeholt hat uns Holger aka. Schmoove, der kongeniale Partner Koljas im Rahmen ihrer Cosmodance Partys in seinem stilechten Porno-BMW. Die Chemie hat auf anhieb gestimmt und je tiefer wir in die Gässchen des Luisenviertels vorgedrungen sind, umso vielversprechender wurde die Angelegenheit. Die Viertelbar war bereits für ein rauschendes Fest hergerichtet und in unserem kleinen DJ-Corner waren die Claims zügig abgesteckt. Frisch eingekleidet mit Birthday-Shirts harrten wir der Dinge die da kommen sollten…

3-jahre-viertelbar-19.jpgTsja, da wurde einfach alles richtig gemacht. Erstmal ein überraschend leckere Buffett, super nette Chefs des Hauses, top Thekenteam, rappelvolle Hütte und sehr angenehmes Publikum (das sich allerdings erst noch an den Gedanken gewöhnen mußte auch zu tanzen), Drinks for free mit konstantem Nachschub an Cuba Libre dank Holger, der sich rührend darum kümmerte; überhaupt Holger als Host, der ein sehr feines Warm-Up gespielt hat und dann in den frühen Morgenstunden die Meute auch überaus schmoove bespielte. Zur Dämmerung dann in Koljas Bude aufgeschlagen und mit ein paar entspannten Sahnestücken aus der imposanten Plattensammlung langsam runtergefahren… Schlicht perfekt.

3-jahre-viertelbar-17.jpgDie Zusammenführung war am Sonntagmittag dann perfekt, als wir uns aus den Betten pellten und Kolja in seine volle Butze zurückkehrte (der nächtigte in Hannover anlässlich Mr. Confusens Album-Release-Konzert). Zum Abschluss noch Frühstück, schnell ein bißchen Musik vorgespielt und vor allem Pläne geschmiedet. Denn menschlich wie musisch sind die Gemeinsamkeiten und Schnittmengen einfach erstaunlich groß und die Cosmodancer werden hoffentlich noch das ein oder andere Mal gemeinsam mit den Frohlockern aufspielen können. Die erste Gelegenheit bietet sich als bald, da wir euch Kolja alias Deli-Kutt bereits beim nächsten Kramladen-Termin am 28. November präsentieren dürfen. Das verspricht ein schöner Abend zu werden und passt perfekt in unseren Plan zukünftig auch die ein oder andere Gegeneinladung auszusprechen um weiterhin für gute Musik in KL zu sorgen.

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Auslese irgendwann im Oktober 08

Da wir gerade unseren Wochenrhythmus bei der Auslese nicht ganz einhalten können, gibt’s jetzt einfach mal ein Post mittenrein mit den Sachen, die sich seit der letzten Auslese so angesammelt haben. Vielleicht klappt’s ja nächste Woche wieder zeitiger.

BROKEN BEAT / NU JAZZ

Banda Los Hijos De La Nina Luz – Dejale Corre | Soundway (7″)
Diese nette kleine 7″ ist vor allem mal eine willkommene Gelegenheit auf das wunderbare Label Soundway aufmerksam zu machen, das mit viel Liebe und Fleiß von Brighton aus Perlen afrikanischer und lateinamerikanischer Musik nach Europa importiert und zu repräsentativen Paketen geschnürt auf CD und LP presst und nebenbei auch noch DJ-freundliche 7inches dazwischen streut. Herausragend die Compilation Colombia!. Der Labelchef soll übrigens die eine Hälfte von Los Hermanos Latinos sein…

Dusty – Keep it Raw EP | Jazz&Milk (LP, Digital)

Ensemble Du Verre – Remixed | Batterie (LP, Digital)
Jazz aus deutschen Landen, hier einmal durch den Remixwolf gedreht und mit zwei aus sechs eine hervorragende Trefferquote meiner Geschmacknerven. Zum einen “Sanctuary for Animals” in einem auch von mir schlichtem Gemüt tanzbaren Beatmäntelchen und “Just Another Thursday Morning” bekommt die passende Samstag-Nacht-Drum&Bass-Vorgeschichte.

Forro in the Dark – Forrowest | Nublu (Digital)
Definitiv mein Lieblingstrack für den Oktober. Sowohl im Original als auch im unwiderstehlichen Remix von Quantic. Die Melodie verfolgt einen tagelang, aber das ist kein Grund zum Fürchten. Und diese Flötet so klasse, wie es wohl nur “Indios do Norte” können. Pflichtkauf!

Mo’ Horizons – Ten Years Of… | Agogo (2xCD, Digital)
Zehn Jahre Mo’ Horizons wird mit einer Best-Of-Doppel-CD gefeiert. Auf der ersten Scheibe gibts eine Auswahl (als Radioversion) aus den bisher veröffentlichten Alben und auf Scheibe #2 viele schöne Remixe, die bisher Vinyl vorbehalten waren. Also nichts für den geneigten Leser, der natürlich sowieso alle Bosshannover-Platten im Regal stehen hat, aber als Erinnerung falls mal jemand ein Geschenk für Oma, Tante oder Schwester sucht…

Sam Irl & Dorian Concept – Untitled One | Bonzzaj (7″, Digital)
Dubby und deep kommt diese kleine Scheibe aus der Schweiz daher. Die B-Seite catched mich nicht, aber was Sam Irl macht hat mal wieder Hand und Fuß. Ich mag einfach diese enigmatische Art, die seinen Tracks anhaftet.

The Bamboos – Side Stepper | Tru Thoughts (2xLP, CD, Digital)
Ein Feature mit Ty, mit King of the Rodeo ein super Ohrwurm und mit Kylie Auldist noch mehr gesangliche Qualität aus dem Hause Tru Thoughts mit am Start. Kompetente Kritiken dazu gibts haufig im Netz. Runde Sache.

Timewarp Inc. – Groovy Booty | Timewarp Music (Digital)
Die nimmermüden Griechen haben wieder nachgelegt. Diesmal ein ganzes Album vom Chef persönlich. Das kommt gediegen funky und entspannt daher, steigert sich aber gelegentlich auch zu richtigen Tanzflächenschiebern (D’azour Cotaz). Wirklich gut.

Vanguardia Sonora feat. Totin Agosto – La Vida Buena | Amalgama (Digital)
Zwei Tracks eines wunderbaren Releases voll hochwertig und clubbig produzierter Rumba Sounds. Die ganze Scheibe (Totin Agosto’s Rumba Fusion) gibt es direkt bei Amalgama oder eben schonmal zum Teil bei Juno. Vielleicht folgt ja auch ein Vinyl, auf jeden Fall sollte man Amalgama spätestens mit diesem Release nicht mehr aus den Augen verlieren… Und wer’s bisher verpasst hat, sollte auch mal in Yellowtail reinhören.

BREAKBEAT

Asian Dub Foundation – Punkara | Naive France (CD)
Tendenziell immer ein bisschen zu laut und grenzlastig was das Genre angeht, aber ADB sind nunmal Musikgeschichte und somit sei das Album erwähnt.

Backdraft feat. The Ragga Twins – Rock The Mic | Passenger (12″)
Schönes, hartes Jump-up mit dancehall-MC-artigem Vibe! B-Seite arg.

Baymont Bross feat. Will Bestabsstar – Shit 4 You | Stepsine (12″)
Aggressive Beatline mit schnellem Hip-Hop Mc; Ivory charakter.

Butter Party – Flipperbaby | High Grade (12″)
Mit Butter meinen die wohl das, nach längerem anhören des Tracks, weicher werdende Gehirn. Gerade, dunkel und tief.

Decibelle – Can You Feel The Love | Decibelle Music (Digital)
Schlimmes Cover, doch nach einem passablem ersten Track kommt “Revolution feat. Keri Kel – The Rhythm Remix”, ein eingängiger Fetzer mit Raggae Klingkling und einer möglicherweise etwas kitschigen Vocalspur. Meiner Meinung nach hat das Ding Feuer.

Far Too Loud/Blastique – Screamer | Silo (Digital)
Ganz harte Nummer, aber für die Stunden am Zenit und darüber….

Great Scott – Bollygraph Test EP | Muti Music US (Digital)
Grenzlastig schreddelig produziertes Ding mit oldschool Charakter, irgendwie Garagensound, aber auch sympathisch, weiß selbst nicht so genau.

Hardy Hard/Lady Waks feat Afrika Bambaataa – Shake It | MENU (12″)
Flottes, hackendes Break mit funky Hits, gutes Füllerstück à la Creepshow.

Kraymon/Pimp – Who Wants Some? |En:Vision (Digital)
Pathetisch mit offensiven Synthiebläsern.

Son Of Kick feat Jaggae/Two Tokez – Bad Groove | Beats (12″)
Sehr melodischer Raggae-Breakz-Track, mehr Gesang als Rap.

DRUM AND BASS

Belladonnakillz – Hell Yeah | In Da Jungle (Digital)
In Da Jungle ist ein digital vertreibendes Label mit einem hohen Output diesen Monat, wobei ich nur sehr wenige akzeptable Tunes finden kann. Synthie, Indie-Gesang mit Georgels.

DJ Obese – Dubtown | Bulabeats (Digital)
Reggae-DnB, wobei der erste Track etwas zerknirscht rumhakt und das tolle, oft zerbrauchte Sample von BamBam hier fast schon lieblos dazuquetscht. B-Seite hingegen ein rootiger Jump-Up. Nett.

Lucky Soujahz – For Real | In Da Jungle (Digital)
Recht banaler, aber solider und funktionierender DnB Edit von Meelaz “non, non, non”.

Redeyes – Poetry In Motion EP 1 | Spearhead (2×12″)
Eigentliche fast schnöder Standardliquid, aber den ersten Track find ich doch sehr angenehm chillig und melodiös.

UK Apache vs. MC Spyder – Jungle Story | Easy Sativa (12″)
Naja, ne, wie oft benutz ich den Ausdruck Raegge-Jump-up-Beats? Anscheinend mag ich das. Wobei es beim zweiten Track ziemlich viel Wurst auf’s Brot gibt.

Erst auflesen, dann auflegen

So kann man sein Wochenende verbringen: erstmal eine gute Tonne Äpfel geerntet und dann zusammen mit einer unglaublich vollzähligen Schar von Freunden, die selbst nach Gundersweiler ins Kult gepilgert kamen, durch die Nacht getanzt. Danke!

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Boogie Knights

TorpedotrickserAm Samstag hatten wir die schöne Gelegenheit einer Einladung nach Heidelberg zu folgen. Dort gab’s die Auftaktveranstaltung einer neuen Veranstaltung namens Boogie Knights und die wurde musikalisch gestaltet von den Torpedotricksern und Mash & Munkee. Erstere haben bei Backslide Records, dem Label bei dem letztere auch ihre Finger im Spiel haben, ja gerade mit dem verdienten Erfolg ihre erste 12″ veröffentlicht. Dank der räumlichen Nähe also eine der raren, wunderbaren Gelegenheiten Mitstreiter im Auftrag des guten Geschmacks mehr als nur über MySpace und eMail kennenzulernen und es hat sich mal wieder gezeigt, dass, wer so gute Musik macht in der Regel auch nicht ganz blöd und unsympathisch daher kommt. Ganz im Gegenteil. Einfach ein Genuss, wenn man direkt vom ersten Hallo mit einem kurzen Umweg über die Bar beim Fachsimpeln landet. Noch dazu die drei sich nicht nur an den Turntables sondern auch als Gesprächspartner hervorragend abgewechselt haben. Die Stimmung auf dem anfangs leider nur spärlich besuchten Dancefloor in der kleinen Halle 02 wurde auch stündlich besser und die dann eingegroovte Crowd wurde letztlich um vier Uhr morgens etwas jäh und ganz klar zu früh vom Putzlicht überrascht. Bis dahin gab’s handverlesenen Funk und stilsichere Breaks, um mal zwei unzulängliche Begriffe aus der abgewetzten Kiste mit den abgedroschenen Genrebezeichnungen zu bemühen. Kurzum, sicherlich nicht das letzte Mal, dass man sich gesprochen hat. Kolja werden wir sogar noch Ende September in Wuppertal wiedersehen, wenn wir dank seiner Anfrage die Viertelbar bespielen werden. Danke und bis bald!

Auslese 34/08

DJ Purple Rabbit – Sweet Like Candy | Crazy Rabbit Recordings (Digital)
Crazy, das auf jeden Fall. Und von daher bemerkenswert, also mehr als die meisten Releases zustande bringen.

Tom Eno – Two Guitars | Jack To Phono (12″, Digital)
Sehr produktiv ist Tom Eno ja nicht gerade, aber das bißchen (außer dieser 12″ gibts noch La Barajadura mit einem klasse Rephrase Remix) geht mir bisher wirklich super rein. Sehr lyrische Akustikgitarre mit breakigen Beats. Dazu diesmal ein schöner Remix von Dusty und fertig ist ein weiterer feiner Release auf Jack To Phono.

Lusrica – Abstract Jazzlines EP | Goon Trax (7″)
Normalerweise kann ich mich für Japan-Imports ja überhaupt nicht begeistern, auch wenn es da ja wohl eine echte Liebhabergemeinde gibt. Das hier hat aber was. Die ersten beiden Tracks klingen zwar ein bißchen wie 10 Jahre alt, aber damals wurde ja auch schon gute Musik gemacht. Im letzten dagegen wurden die sehr schönen Jazzsamples (und davon lebt die Platte) ambitionierter geschnetzelt.